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Dem Handwerk muss Zeit fürs Handwerk bleiben

„Wir müssen unsere handwerklichen Betriebe erhalten und fördern, um die regionale Versorgung für die Bevölkerung sicherzustellen“, so der Tenor beim Praxis-Check Metzgerhandwerk, zu dem MdL Walter Nussel in die Metzgerei Resch nach Langquaid im Landkreis Kehlheim eingeladen hat. Bei der Führung durch den über 60 Jahre gewachsenen Familienbetrieb konnten die Teilnehmenden einen anschaulichen Eindruck gewinnen, welche Auflagen bei der Weideschlachtung, den Hygienevorschriften und den Dokumentationspflichten in der Praxis bestehen und wie diese umgesetzt werden.

Im Anschluss an den Rundgang wurden die konkreten bürokratischen Erschwernisse für Handwerksbetriebe des Metzgerhandwerks diskutiert. Die Bestrebungen der Bayerischen Staatsregierung, kleine Schlachtbetriebe durch eine Neuordnung der Fleischhygienegebühren finanziell zu entlasten, sei ein erster positiver Schritt, den es nun mit wenig Formalismus umzusetzen gelte.

Darüber hinaus sahen die Teilnehmer jedoch weiteren Handlungsbedarf: Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Mehrbelastung durch Statistikaufforderungen, die Verschärfungen der Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit, die Dokumentationspflichten beim Mindestlohngesetz und die CO2-Deckelung beim Energieeinsparungsprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

„Die Misswirtschaft weniger, meist großer Betriebe, darf nicht dazu führen, dass die Vielzahl der kleinen, ordnungsgemäß handelnden Handwerksbetriebe mit einer Fülle von verschärften Vorgaben belastet wird“, so der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das bayerische Fleischerhandwerk Lars Bubnick.

Der Verband fordert, die Statistik- und die Dokumentationspflichten auf ein vertretbares Maß zu reduzieren und die erhobenen Daten stärker digital zu verknüpfen. Wichtig wäre darüber hinaus die Dynamisierung der Minijobs, da diese einen elementaren Bestandteil im Personalgefüge des Fleischer- aber auch des Bäckerhandwerks darstellten. Beim BAFA-Energieeinsparungsprogramm müsse die CO2-Deckelung angehoben werden, um Anreize für Betriebe zu schaffen.

„Ich möchte die Weichen stellen, damit handwerkliche Betriebe weiterhin eine Zukunft haben“, versprach MdL Walter Nussel am Ende der Veranstaltung.

 

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Teilnehmerkreis auf dem Betriebsgelände von oben fotografiert
MdL Walter Nussel und MdL Petra Högl mit Vertretern des Landesinnungsverbandes, der Kommunen und der Ministerien.
Foto: Armin Weigel